Willkommen auf den Seiten von Florian E.J. Karrer
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Konflikte als getrennt lebender Vater

Als ich im Jahr 2015 zweimal hintereinander Vater wurde, habe ich mich komplett verändert. Stolz wie nie, mit ganz neuen Gefühlen, für zwei Menschen, die die wunderbarsten in meinem Leben sein sollten. Einzigartig, Klein, Süß, waren sie beide. Nein, meine Kinder waren und sind keine Zwillinge. Meine Geschichte erklärt sich etwas schwer. Jedoch, ohne nun näher darauf einzugehen, wie genau sich alles zugetragen hat, versichere ich, dass beide Kinder aus zu tiefster Liebe – jedenfalls von mir ausgehend, entstanden sind.

 

Oskar kam am 22.2.2015 auf die Welt und damit begann für mich eine ganz neue Welt. Die Welt als Vater. Die Welt, in der ich nun nicht nur Verantwortung für mich zu tragen habe, sondern auch für meinen Sohn. Die Mutter von Oskar und ich erlebten das Heranwachsen unseres Sohnes genau bis zur achten Woche von Oskar gemeinsam, danach trennten sich nach der folgenschweren Entscheidung, dieser Frau unsere Wege und sie ist von Oberasbach nach Chemnitz gezogen. Den Kontakt hat sie monatelang nahezu komplett eingestellt und ich war wie vor den Kopf gestoßen. Es gab kein gemeinsames Sorgerecht, weil ich damals nur die Vaterschaftsanerkennung unterschrieben haben. Auf ein gemeinsames Sorgerecht verzichtete ich. Also musste ich, um den Umgang mit meinem Sohn einzuklagen, vor das Amtsgericht Chemnitz ziehen. Dort wurde im ersten Verfahren festgelegt, dass die Kindesmutter und ich an einer Schlichtung vor dem Jugendamt teilnehmen solle. Nach etwaigen Konflikten ließ die Kindesmutter allerdings mitteilen, dass sie dort nicht mehr erscheinen werde. Ich sah meinen Sohn also begonnen mit der achten Lebenswoche monatelang nicht, bis zum Beginn des familiengerichtlichen Prozesses am Amtsgericht in Chemnitz und anschließender Mediation vor dem Jugendamt Chemnitz. Nun: Nach dem ersten Prozess unter Vertretung einer Chemnitzer Rechtsanwaltskanzlei wandte sich diese von mir ab, als ich die Frage stellte, ob man nun nicht das gemeinsame Sorgerecht anpeilen solle und gleichzeitig die Frage zum Umgang mit meinem Sohn erneut klären sollte. Immerhin hatte die Kindesmutter nun die Gespräche vor dem Jugendamt abgebrochen. Doch die damals beauftragte Rechtsanwaltskanzlei war uneinsichtig und so suchte ich mir eine Anwältin auf Anraten des damals tätigen Verfahrensbevollmächtigten unseres Sohnes. Diese Anwältin ging mit mir noch einmal vor das Amtsgericht in Chemnitz, wo ganz klar geregelt wurde, dass eine Umgangspflegerin benannt wird, die die Umgänge mit der Kindesmutter und mir koordiniert. Dies lief für einige Monate sehr positiv, bis es zum Streit kam und ich ein wenig direkter wurde – in der Unterhaltungsplattform WhatsApp. Ich sagte alle Umgangstermine ab und habe der Umgangspflegerin per selbiger WhatsApp Nachricht mitgeteilt, dass ich bereit bin, Umgangstermine zu vereinbaren, wenn die Mutter zu einem Elterngespräch im Zuge der Umgangsbetreuung bereit wäre. Mir wurde ein Termin zugesagt, ich fuhr an diesem Tag nach Chemnitz, dort angekommen die Umgangspflegerin gefragt, wann wir uns wo treffen. Diese teilte mir mit, es fänden keine weiteren Umgangstage weder an besagtem Tage – noch am Tag darauf, statt. Ich fuhr erbost nachhause, wo meine damalige Freundin mit vollem Verständnis für meine Situation bereits zuhause auf mich wartete. Ein Versuch, ein Eilverfahren zum Umgang herbei zu wirken, hatte den unangenehmen Beigeschmack, dass das Amtsgericht für ein weiteres Verfahren keine Prozesskostenhilfe mehr erstattet hätte. Zudem wurde das Verfahren nicht weiterverfolgt, da ich nun laut Amtsgericht der schuldige sei, dass das mit der Umgangspflegerin nicht weiter positiv verlaufen ist. Ein Versuch von mir, im Juni 2016 mit dem Jugendamt Chemnitz Kontakt aufzunehmen, war zunächst schwer. Man erreicht quasi niemanden. Bis sich einer Sache jemand annimmt, wartet man solange, bis man graue Haare bekommt. Doch nach einigen Tagen meldete sich bei mir eine Sachbearbeiterin, die angeblich Kontakt zur Kindesmutter aufgenommen hätte. Laut der Kindesmutter verweigert sie den Kontakt, da es klipp und klar im letzten Gerichtsurteil hieß, würden Mutter und Vater aufeinanderstoßen, sei das Kindeswohl gefährdet. Auf dieser Grundlage finden keine Umgangstermine ohne dritte Person (Umgangspfleger etc), mehr statt. Nun, dachte ich mir, ich zahle doch Unterhalt, könne ich doch den Unterhalt senken. Doch stopp hier: Das geht in Deutschland nicht. Wer eine vollstreckbare Ausfertigung zur Zahlung von Unterhalt geleistet hat, muss auch für seine Kinder löhnen. Auch dann, wenn er keinen Kontakt hat.

 

Nun, ich fuhr einige Monate nach Chemnitz, was von mir aus einer Fahrstrecke von 260 Kilometern entspricht, zudem kostete die Jugendherberge pro Nacht fast 40 Euro und von den Lebenshaltungskosten ganz zu sprechen: Väter können weder Unterhaltszahlungen bei der Steuer mitberücksichtigen, noch können Väter darauf hoffen, dass jemand die Kosten für die Fahrstrecke, die Fahrkarte oder gar die Lebenshaltungskosten übernimmt. So kommen Väter, die den Kontakt zu ihren weit entfernt lebenden Kindern halten wollen, durchaus auf 300-450 Euro Ausgaben für ihre getrenntlebenden Kinder- und der Staat soll mir einmal erklären, wie dann bitteschön sich die 1100 Euro Selbstbehalt zusammensetzen.

 

Seit knapp einem Jahr habe ich nun keinen Kontakt mehr zu meinem Sohn. Vor einigen Tagen kam dann eine Postkarte bei meinen Eltern an, die Mutter meines Sohnes sei im Urlaub gewesen. Unpersönlich wie eh – und je hat die Kindesmutter sogar die Postkarte mit dem Computer erstellen müssen. Ohne Grüße an den unterhaltspflichtigen Vater, der seinen Sohn seit einem Jahr nicht mehr gesehen und gehört geschweige denn im Arm gehalten hat.

 

Pervers finde ich am System für getrenntlebende Kinder in Deutschland, dass die Väter nur zum Zahlen gut sind. Sobald es ums Sorgerecht, um Umgang oder sonst dergleichen geht, sind die Jugendämter vollumfänglich raus, dann soll man dies- so Aussage aus Chemnitz: „Am besten mit einem Rechtsanwalt“ klären. Die alleinerziehenden, die mit voller Absicht, obwohl es keine Gewalt im Haushalt gegen die Frau oder gegen das Kind gab, die mit voller Absicht aus einem Haushalt ausziehen, wo sie wohlbehütet gewesen wären und das gemeinsame Kind zu einem gut situierten Menschen aufgezogen hätten, gehören meiner Meinung nach hart bestraft. Meiner Meinung nach sollte man diese Frauen sofort dazu zwingen, nach der Trennung arbeiten zu gehen. Stattdessen fördert unser Staat alleinerziehende sogar mit Angeboten. In der Schwangerschaftsberatung angefangen, beim Jobcenter aufgehört.

 

Mein letzter Weg wird der Gang zu einem Rechtsanwalt für Sozialrecht sein, ich habe ernsthaftes Interesse daran, die Unterhaltszahlungen auf ein Minimum zu senken, solange die Kindesmutter so unkooperativ ist. Wenn auch kein anderes Mittel hilft, ich bin mir ziemlich sicher, dass die Senkung von Unterhaltsbezügen dazu führt, dass eine Kindesmutter in Deutschland mal ansatzweise anfängt nachzudenken. Schade – aber Tatsache.

 

Ich kann nur jedem Vater raten: Werdet ihr Vater eines bezaubernden Kindes: Macht einen Vaterschaftstest. Ist dieser positiv, sprecht bereits während der Schwangerschaft mit eurer Freundin/Frau darüber, dass ihr gerne das gemeinsame Sorgerecht hättet. Unterschreibt ja keine Vaterschaftsanerkennung ohne Erklärung zum gemeinsamen Sorgerecht. Lasst euch notfalls hier auf einen vollumfänglichen Rechtsstreit ein. Denn: Ohne Vaterschaftsanerkennung laufen keine Unterhaltzahlungen und ohne Unterhaltszahlungen. Ohne gemeinsames Sorgerecht aber seid ihr machtlos und die Frauen haben die alleinige elterliche Sorge für euer gemeinsames Kind. Akzeptiert keine Rechtsanwälte, die euch entweder von der Gegenseite oder von einem Verfahrensbevollmächtigten empfohlen werden. Informiert euch über gute Rechtsanwälte zum Beispiel beim Väteraufbruch für Kinder e.V..

 

Was aber vor allem wichtig ist: Bevor ihr mit einer Frau schlaft, denkt darüber nach, ob sie prinzipiell die Mutter eures Kindes sein könnte. Einige Kriterien sollte eine richtig gute Partnerin jedenfalls schon erfüllen. Für mich war immer wichtig, eine gewisse finanzielle Absicherung zu haben. Ist sie also schon sehr lange arbeitslos und faul und bewegt sich auch im Haushalt nicht, wird man den Hund nicht zum Jagen tragen können. Haut sie Unmengen von Geld hinaus, für nichts und wieder nichts, würde mich das höchstbedenklich stimmen.

 

Was am aller wichtigsten in einer Partnerschaft ist, ist die Rücksichtnahme und das Geben und Nehmen in einer Gemeinschaft. Ich finde es sehr wichtig, dass man sich mit seinem Partner zu allen Belangen unterhalten kann. Dass der Partner Rücksicht nimmt auf einen, dass nicht nur einseitig ihr als Mann für alles blecht, sondern auch Frau sich einbringt. 

 

 

 

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