Willkommen auf den Seiten von Florian E.J. Karrer
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Erfreuliche Mitteilung: 

Nachdem ich Fehler mit der Mutter meines Sohnes eingestehen musste, so muss ich auch Fehler in Bezug auf die Mutter meiner Tochter eingestehen. Ohne näher darauf einzugehen, die Art und Weise, mit der ich die Mutter meiner Tochter eine Zeit lang behandelt habe, war nicht in Ordnung.

 

Meine Tochter ist ebenso drei Alt und lebt sehr weit von mir entfernt. Ich bezahle Unterhalt. Wir haben uns schon einmal vor einiger Zeit für Hilfestellung während der Umgänge entschieden, welche ich dann nicht mehr als notwendig erachtet habe.

 

Eine Zeit lang haben wir mal mehr, mal weniger die Umgänge ganz gut hinbekommen allerdings hatte ich immer andere Vorstellungen davon, wie ein Informationsfluss an den leiblichen Vater auszusehen hat. Ich glaube, der E-Mailverkehr meinerseits war riesig und wurde von der Gegenseite als ein wenig „zu viel“ erachtet. Aus heutiger Sicht muss ich dem zustimmen.

 

Ich möchte aber nicht ganz von vorne anfangen, es gab aber einen Konflikt, nach dem es schwerer wurde, miteinander umzugehen. Den Moment werde ich nicht vergessen. Es war der Tag, an dem mir unterstellt wurde, vom Vater, der Frau, mit der ich meine Tochter habe, es würde den Eindruck erwecken, ich würde immer, wenn ich vor dem Bildschirm sitze und E-Mails schreibe, betrunken und frustriert sein- und seine Tochter „stalken“. Es war der Tag vor der Taufe unserer minderjährigen Tochter.

 

Nach einigen Schuldzuweisungen, die nach diesem Vorfall noch zusätzlich im Raum standen, haben sich meine Eltern entschlossen, am Tag der oben genannten Aussage, den Haushalt der Familie der Dame, mit der ich meine Tochter habe, zu verlassen. Kurze Zeit später habe auch ich mich dazu entschlossen zu gehen.

 

Am Tag der Taufe saß ich zusammen mit dem neuen Lebensgefährten der leiblichen Mutter, der Mutter meiner Tochter und der Taufpatin auf der ersten Bank der Kirche, als der Priester kam- und dem neuen Lebensgefährten gratulierte „Ein Hallo an den Vater, so schüttelte er ihm die Hand“ – und gegenüber mir „Und den zwei Taufpaten alles gute“. Ich war geschockt. Unfassbar. So schnell gelte man als „Taufpate“ anstatt als Vater?

 

Extra anfertigen ließ ich eine Tauftorte für meine Tochter, die ich in 70 Kilometer Entfernung vor der eigentlichen, 520 Kilometer langen Autofahrt zu meiner Tochter erst einmal abholen musste. Auf der Tauffeier blieb ich nur kurz, dort waren auch die Eltern des neuen Lebensgefährten anwesend, meine Eltern haben darauf verzichtet, hier teilzunehmen, weil sie sich aufgrund der oben genannten Anschuldigungen bloßgestellt fühlten. Ich glaube, so richtig erwünscht war weder ich, noch meine Eltern.

 

Nach der Taufe habe ich auf einen gerichtlich festgesetzten Vaterschaftstest geklagt, welchem auch stattgegeben wurde. Auf Kosten der Prozesskostenhilfe. Ergebnis war positiv, ich bin der leibliche Vater. Ich möchte anmerken, dass ich für beide Kinder seit der Geburt Unterhalt in voller Höhe bezahlte. Nach dem Vaterschaftstest habe ich beschlossen, noch einige Zeit abzuwarten, ich wollte einfach „abwarten“, ob sich die Mutter meiner Tochter überhaupt noch einmal von selbst melden würde. Dem war nicht so.

 

In der Zwischenzeit hatte sich bei mir einiges verändert. Ich hatte mich bewusst für eine Weiterbildung entschieden- und diese im September 2017 angefangen. Kurz nach Beginn meiner Weiterbildung habe ich mich entschlossen, das Jugendamt Kevelaer, das für meine Tochter zuständig ist, einzuschalten und zu fragen, ob es möglich sei, mit der leiblichen Mutter meiner Tochter in Kontakt zu treten und wieder dafür zu sorgen, dass Umgänge stattfinden.

 

Auf ein neues Gerichtsverfahren wollte ich verzichten und forderte über das zuständige Jugendamt die Mutter heraus, über eine außergerichtliche Lösung nachzudenken. Einige Zeit war vergangen, meine Tochter war in der Zwischenzeit größer geworden, kann sich seither sprachlich halbwegs artikulieren und sich somit mitteilen, aber auch laufen konnte sie in der Zwischenzeit.

 

Zusammen mit dem Jugendamt, dem SOS Kinderdorf und der Mutter meiner Tochter erarbeiteten wir eine Lösung, wie wir für Umgänge, die sowohl mir als auch meiner Tochter zustehen, sorgen wollen. Eine erfreuliche Mitteilung sei da – im Gegensatz zu meinem Sohn zu machen: Seit Ende 2017 finden wieder regelmäßige, monatliche Besuchstage bei meiner Tochter statt- und unser Verhältnis erachte ich als stabil. Natürlich dauert es noch, bis die Bindung wieder vollends hergestellt ist, deshalb wird vermutlich auch weiterhin, das SOS Kinderdorf die Umgangssituation begleiten.

 

Liebe Väter, merkt euch: Gebt eure Kinder niemals auf. Kämpft. Kämpft um außergerichtliche Lösungen, kämpft um eure Kinder. Sie brauchen euch genauso wie die Mütter.

 

Solltest du, liebe Mama unserer Tochter, dieses Schreiben irgendwann lesen, dann sei dir gesagt, ich bin dir sehr dankbar, dass du es ermöglicht hast, dass wir uns nicht noch einmal vor einem deutschen Gericht rechtfertigen müssen, was länger gedauert hätte als eine außergerichtliche Lösung. 

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